Der Artikel untersucht die Zusammenhänge von Außenseiterschaft und Krankheit im Werk des italienischen Schriftstellers Federigo Tozzi und ordnet sie in den Kontext der literarischen Moderne ein. Tozzi wird als innovativer Autor beschrieben, der – noch vor der breiten Rezeption psychoanalytischer Theorien von Sigmund Freud in Italien – die subjektiven und psychischen Dimensionen menschlichen Erlebens literarisch gestaltet. Im Zentrum seiner Poetik stehen „rätselhafte Handlungen“, scheinbar banale Ereignisse, die jedoch als Ausdruck innerer Bewusstseinszustände fungieren und die Grenzen zwischen Normalität und Krankheit verwischen. Pathologische Zustände erweisen sich in seinem Werk als Erkenntnisinstrument, um die Komplexität des menschlichen Bewusstseins zu erfassen. Auch die Epilepsie erscheint wird weniger als klar definierte Krankheit denn als Zeichen innerer Zerrüttung und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Insgesamt zeigt der Beitrag, dass Tozzi durch die Verbindung von literarischer Innovation und psychopathologischer Perspektive eine erkenntniskritische Poetik entwickelt. Seine Texte brechen mit traditionellen Erzählmustern und eröffnen einen neuen Zugang zur Darstellung von Subjektivität, in dem Krankheit als zentrales Symptom einer krisenhaften Moderne fungiert.

Außenseiterschaft und Krankheit: Federigo Tozzis „tiefster Brunnen der Seele“

L. Perrone Capano
2026-01-01

Abstract

Der Artikel untersucht die Zusammenhänge von Außenseiterschaft und Krankheit im Werk des italienischen Schriftstellers Federigo Tozzi und ordnet sie in den Kontext der literarischen Moderne ein. Tozzi wird als innovativer Autor beschrieben, der – noch vor der breiten Rezeption psychoanalytischer Theorien von Sigmund Freud in Italien – die subjektiven und psychischen Dimensionen menschlichen Erlebens literarisch gestaltet. Im Zentrum seiner Poetik stehen „rätselhafte Handlungen“, scheinbar banale Ereignisse, die jedoch als Ausdruck innerer Bewusstseinszustände fungieren und die Grenzen zwischen Normalität und Krankheit verwischen. Pathologische Zustände erweisen sich in seinem Werk als Erkenntnisinstrument, um die Komplexität des menschlichen Bewusstseins zu erfassen. Auch die Epilepsie erscheint wird weniger als klar definierte Krankheit denn als Zeichen innerer Zerrüttung und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Insgesamt zeigt der Beitrag, dass Tozzi durch die Verbindung von literarischer Innovation und psychopathologischer Perspektive eine erkenntniskritische Poetik entwickelt. Seine Texte brechen mit traditionellen Erzählmustern und eröffnen einen neuen Zugang zur Darstellung von Subjektivität, in dem Krankheit als zentrales Symptom einer krisenhaften Moderne fungiert.
2026
978-3-11-168266-2
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